Sicherheit und Umweltschutz

Die Erschließung des Mittelplate-Erdölvorkommens erfordert besonders sichere und umweltgerechte technische Lösungen. Bei allen Arbeiten muß der Eingriff in das sensible Ökosystem auf ein Minimum reduziert werden. Erreicht wird dieses Ziel durch den ständig optimierten Bohr- und Förderbetrieb.

Der Einsatz modernster Technik, hochqualifizierter Mitarbeiter und komplexer Überwachungs- und Sicherheitssysteme ermöglicht einen störungsfreien Betrieb der Bohr- und Förderinsel Mittelplate seit 1987.

Sicherheitskonzept der Bohr- und Förderinsel Mittelplate

  • Die Bohr- und Förderinsel Mittelplate liegt fest verankert auf einer Sandbank. Sie kann nicht sinken.
  • Untertage- und Übertagesicherheitsventile schließen im Notfall das Bohrloch sicher ab.
  • Zahlreiche Brand- und Gasmelder sind auf der Insel installiert und melden die Daten an eine zentrale Messwarte, die ständig besetzt ist.
  • Die Mittelplate ist wie eine flüssigkeitsdichte Stahl- und Betonwanne konstruiert. Nichts kann die Insel unkontrolliert verlassen.
  • Das lückenlose Entsorgungssystem stellt sicher, dass Nordsee und Wattenmeer nicht belastet werden.
  • Im Ernstfall greifen die Notfallpläne bereit. Die Mitarbeiter sind durch regelmäßige Sicherheitstrainings und Schulungen optimal für den Krisenfall vorbereitet.

Abschottungsprinzip

Das Grundprinzip der Mittelplate ist zum einen der Schutz der Insel vor den Naturgewalten und zum anderen die Abschottung nach außen zum Schutz der Umwelt. Deshalb wurde die 70 x 95 Meter große Bohr- und Förderinsel wie eine flüssigkeitsdichte Stahl- und Betonwanne auf dem Sandwatt errichtet. Die äußeren Spundwände sind elf Meter hoch. Nichts verlässt unkontrolliert die Insel. Auch ein Versickern ist ausgeschlossen. Von außen kann abgesehen von Regen- und Spritzwasser nichts eindringen. Die nach gründlichen hydrografischen, strömungstechnischen und meteorologischen Untersuchungen gewählte Konstruktion bietet eine optimale Standfestigkeit. Zudem ist die gesamte Konstruktion dauerhaft vor Erosion geschützt.

Pipeline-Anbindung ersetzt Schiffsverkehr

Seit 2005 wird das Öl nicht mehr per Schiff, sondern durch eine Pipeline von der Bohr- und Förderinsel Mittelplate zu den Aufbereitungsanlagen der Landstation Dieksand befördert. Für den Bau der Pipeline und die Erweiterung der Prozessanlagen investierten wir mehr als 100 Millionen Euro. Das technisch hoch anspruchsvolle Pipeline-Verlegungskonzept wurde von Geologen, Ingenieuren und Umweltschutz-Experten entwickelt und entsprechend der hohen Naturschutzauflagen realisiert. Ziel war nicht nur ein wetter- und tidenunabhängiger Transport des Öls mit konstanter Durchflussrate. Vielmehr ist auch der ökologische Gesamtnutzen des Projektes erheblich. Durch die Inbetriebnahme der Pipeline entfallen jährlich rund 2.000 Schiffbewegungen. Durch die Pipeline wird das Öl sicherer und umweltschonender transportiert.

Entsorgungssystem

Die Bohr- und Förderinsel Mittelplate verfügt über einen komplett geschlossenen Entsorgungskreislauf. Alle Abfallprodukte – vom Bohrklein bis zur Eierschale – werden in Containern an Land gebracht und dort spezialisierten Entsorgern zugeführt. Die Abwässer aus dem Wohn- und Küchenbereich werden in einer eigenen Kläranlage gereinigt und wie die festen Abfälle an Land entsorgt. Selbst Regen- und Spritzwasser werden auf der Insel gesammelt und gereinigt.

Betriebsüberwachung

Der Bohr- und Förderbetrieb wird rund um die Uhr von hochmodernen Kontroll- und Messeinrichtungen überwacht. Die Sicherheitstechniken sind dabei mehrfach vorhanden. Fällt ein System aus, übernimmt sofort ein anderes dessen Aufgaben. Treten Unregelmäßigkeiten in der Förderung auf, schalten sich die Ölpumpen von selbst ab und das Untertagesicherheitsventil schließt das Bohrloch. Weitere Absperrventile am Bohrlochkopf geben zusätzliche Sicherheit gegen Unter- und Überdruck.

Kolkschutz

Das Wattenmeer wird durch seine natürliche Dynamik ständig verändert. Der so genannte Kolkschutz befestigt die Insel Mittelplate durch Steine und wasserfesten Mörtel und schützt so zuverlässig vor Erosion und dem Abtrag des Bodens. Sollte die natürliche Veränderung des Watts einen Ausbau des Kolkschutzes erfordern, kann dies in mehreren Stufen passieren, wobei der Kolkschutz in die Tiefe ausgebaut werden kann. Sämtliche Arbeiten an der Außenbefestigung entsprechen den Umweltschutzauflagen und stehen unter der Kontrolle der Aufsichtsbehörden.

Wattenmeerschutz

Die massive Wannenkonstruktion der Mittelplate wurde so geplant und errichtet, dass sie extreme Belastungen unbeschadet übersteht. Sie schützt aber nicht nur die dort installierten Anlagen und die Mitarbeiter, sondern auch das Wattenmeer. Im Schadensfall kann mehr Öl aufgefangen werden, als überhaupt auf der Insel vorhanden ist.

Das mit dem Erdöl geförderte Lagerstättenwasser wird über die Pipeline zur Landstation Dieksand gebracht und dort vom Öl getrennt und aufbereitet. Anschließend wird es durch diesen geschlossenen Kreislauf wieder in die Lagerstätte zurückgeführt. Da alle Prozesstanks mit Gaspendelleitungen zu einem geschlossenen System verbunden sind, werden Emissionen sicher vermieden.

Beleuchtungskonzept

Unser Ziel ist es, Lichtemissionen zu verringern, um die Zugvögel auf ihrer Reise durch den Nationalpark Wattenmeer so wenig wie möglich zu stören. Das Beleuchtungskonzept der Mittelplate ist deshalb so ausgelegt, dass möglichst wenig Licht in die Umgebung gelangt, gleichzeitig aber ein ausreichend heller und somit sicherer Arbeitsplatz gewährleistet ist.

Ein optimiertes Beleuchtungskonzept wurde erarbeitet und umgesetzt. Die Inbetriebnahme von Bewegungsmeldern und Lichtleitblechen sowie die Reduzierung von Leuchtmitteln verringerten die Lichtemission erheblich.

Vorher-Nachher-Vergleich der Beleuchtung auf Mittelplate

Um herauszufinden, ob die Maßnahmen erfolgreich waren, haben wir eine Vorher-Nachher-Fotodokumentation erstellt. Unsere Mitarbeiter machten die Bilder jeweils bei Neumond, so dass die Ergebnisse nicht durch andere Lichtquellen verfälscht wurden. Schon auf den ersten Blick ist eine deutliche Verbesserung zu erkennen.

Evakuierungskonzept

„Die Sicherheit des Personals steht an erster Stelle – Personenschutz geht vor Anlagenschutz.“ Die Fluchtwege (Gangways, Flure, Rampen und Treppen) sind so gebaut, dass die Arbeiter aus allen Bereichen der Mittelplate schnell und unversehrt in den rauchgasdichten Sammelraum mit separater Sauerstoffversorgung unter dem Wohnquartier gelangen können. Ein neuer Anleger, bestehend aus einem großzügigen Anlandeponton und einer stabilen Gangway ohne Stufen, ermöglicht zusätzlich eine Evakuierung per Schiff. Alternativ gibt es bei Niedrigwasser den Fluchtweg über den Südsteg nach draußen auf den Kolkschutz. Bei Hochwasser können zehn Rettungsinseln eingesetzt werden. Darüber hinaus ist die Rettung von Personen mit dem Hubschrauber, der im Notfall auf dem Helikopterdeck landen könnte, möglich.

Begleitstudien

Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber dem einzigartigen Naturraum Wattenmeer bewusst und unternimmt umfangreichen Maßnahmen zum Schutz der Umwelt. Diese werden durch Studien unabhängiger Forschungsinstitute und Ingenieurbüros begleitet, um deren Wirksamkeit zu überprüfen. Durch detaillierte Analysen wurden und werden potenzielle Auswirkungen der Bohr- und Förderaktivitäten auf Pflanzen und Tiere untersucht.

Nachgewiesene Umweltverträglichkeit

Die durchgeführten Studien zum Einfluss der Erdölförderung auf das Ökosystem Wattenmeer kommen zu dem Ergebnis, dass es nach dem Bau der Anlage zu keiner negativen Beeinflussung der Wattregion gekommen ist. Das Projekt Mittelplate stellt seit vielen Jahren unter Beweis, dass die Ökologie des Wattenmeeres mit der Förderung des wichtigen Rohstoffes Erdöl vereinbar ist.