Optimierte Ausförderung der Ölreserven

Unsere hochqualifizierten Mitarbeiter setzen durch die Optimierung der Bohr-, Förder- und Transportkonzepte international Branchenmaßstäbe. Eine sichere Produktion und die effiziente Ausförderung der Ölreserven sind das Resultat dieser Teamleistung.

Der Transport des Öls erfolgte bis Oktober 2005 mit speziell konstruierten Doppelhüllenschiffen zum Hafen Brunsbüttel mit seinen Raffinerieanschlüssen. Die Fördermenge der Mittelplate wurde allerdings durch den tide- und wetterbedingt eingeschränkten Transport per Schiff beschränkt.

Sichere Pipeline-Verlegung verbessert Umweltbilanz und Verarbeitungskapazität

Seit 2005 wird das Öl nicht mehr per Schiff, sondern durch eine Pipeline von der Bohr- und Förderinsel Mittelplate zu den Aufbereitungsanlagen der Landstation Dieksand befördert. So ist ein wetter- und tidenunabhängiger Transport möglich. Die Durchsatzkapazität der prozesstechnischen Anlagen an Land wurde mit 2,5 Millionen Jahrestonnen seit Inbetriebnahme der Pipeline mehr als verdoppelt. Für den Bau der Pipeline und die Erweiterung der Prozessanlagen investierten wir mehr als 100 Millionen Euro. Der ökologische Gesamtnutzen des Projektes ist erheblich. Jährlich entfallen ca. 2.000 Schiffbewegungen, die zuvor das Öl von der Insel Mittelplate abtransportierten.

Das technisch anspruchsvolle Pipeline-Verlegungskonzept wurde von Geologen, Ingenieuren und Umweltschutz-Fachkräften entwickelt und entsprechend der hohen Naturschutzauflagen realisiert.

Zwei Pipelines wurden unter dem Watt über eine Distanz von 7,5 Kilometer bis zur Insel Mittelplate verlegt. Landseitig waren es 2,8 Kilometer bis zur Aufbereitungsanlage Dieksand. Die Leitung für den Rohöltransport hat einen Durchmesser von 250 Millimeter und die Rücktransportleitung für das Lagerstättenwasser 150 Millimeter. Das in den Aufbereitungsanlagen abgetrennte Wasser wird in die Lagerstätte zurückgeführt, um den dortigen Druck zu erhalten und eine optimale Förderrate zu gewährleisten.

Die Seepipelines wurden in sechs Abschnitten vorgefertigt und in parallel verlaufende Horizontalbohrungen eingezogen. Diese Art der Verlegung minimierte den Eingriffsbereich in den Wattboden. Die Rohre wurden bis zu 20 Meter tief verlegt, um Priele und Deiche sicher zu unterqueren. In sechs Baugruben erfolgten die Verbindungsschweißungen der Rohrstränge in einer Tiefe von jeweils fünf Meter. Alle Verlegearbeiten wurden planmäßig abgeschlossen und die Pipeline nahm im Oktober 2005 den Betrieb auf.

High-Tech steigert die Förderung von Mittelplate-Öl

Das Zielgebiet der Lagerstätte liegt in rund 2.000 Meter Tiefe. Um diese auch landseitig von Friedrichskoog aus zu erreichen, wurden sehr weit abgelenkte Bohrstrecken von zum Teil über 9.000 Meter Länge niedergebracht. Insgesamt ermöglichen acht Bohrungen seit Juni 2000 auch eine Onshore-Produktion, die jährlich momentan rund 372.000 Tonnen Öl fördern. Die erreichten Bohrlängen gehören zu den längsten der Welt.

Der Onshore-Förderbetrieb wird von der Landstation Dieksand gesteuert. Dort stehen auch die Anlagen zur Aufbereitung, die das Mittelplate-Öl in Reinöl, Erdölgas und Kondensat auftrennt und das mitgeförderte Wasser abscheidet. Die Pipeline-Anbindung der Mittelplate und die zusätzliche Aufbereitung des Öls erforderten erhebliche Modifikationen der Landstation. So wurde die Durchsatzkapazität der Aufbereitungsanlage von 1,2 auf 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr mehr als verdoppelt.

Die hohen Investitionen zahlen sich aus. Die anfänglichen Schätzungen der Mittelplate-Reserven wurden während der Projektdurchführung ständig nach oben korrigiert. Zu den bereits geförderten 30 Millionen Tonnen Öl gelten nach heutigem Stand weitere 20 bis 25 Millionen Tonnen Öl als technisch und wirtschaftlich gewinnbar.

Förderentwicklung von 1987 bis 2014