Erschließung des südlichen Mittelplate-Reservoirs

Der zentrale Teil der Mittelplate-Lagerstätten ist nahezu erschlossen. Bis heute konnte die DEA mehr als 220 Millionen Barrel Erdöl sicher und umweltschonend fördern. Durch die Ausweitung der Bohrtätigkeiten auf den südlichen Teil kommen bis 2041 nochmal weitere rund 27 Millionen Barrel hinzu. „Ein so umfangreiches Projekt wie die Süderschließung der Lagerstätte Mittelplate setzt ein umfassendes Konzept voraus – hier muss von der Planung bis zur Umsetzung der eigentlichen Bohrung alles stimmen“, erklärt der Projektleiter Thomas Flemming.

Große Distanzen erfordern besondere Technik

Da die Bohrungen allesamt von der Bohr- und Förderinsel Mittelplate aus begonnen werden und mit 9.000 Metern Länge bisherige Bohrungen deutlich übertreffen, musste zunächst durch eine Machbarkeitsstudie geprüft werden, ob solche weit abgelenkten Extended-Reach-Bohrungen überhaupt durchführbar sind. Neben der Länge der Bohrungen war vor allem der Abtransport des durch den Bohrmeißel zerkleinerten Bohrkleins zu prüfen. „Erst ein optimiertes Versorgungsund Logistikkonzept ermöglicht die Umsetzung“, erklärt Flemming. Durch die Länge und die teilweise auch größeren Durchmesser der Bohrabschnitte kann sich die abzutransportierende Menge an Bohrklein annähernd verdoppeln. Diese Mengen müssen im gleichen Zeitfenster wie bisher fachgerecht in Spezialbehälter gepumpt und per Schiff zur Entsorgung an Land gebracht werden. Auch die benötigte Bohrspülung erhöht sich. Bis zu 1.000 Kubikmeter muss die DEA auf der Mittelplate vorhalten und umschlagen.

Neues Projektmanagement optimiert die Arbeit

Ein interdisziplinäres, rund zwanzigköpfiges Kompetenzteam plant die insgesamt fünf Bohrungen im südlichen Teil der Mittelplate-Dogger-Beta-Lagerstätte. Alle Beteiligten des Projektkernteams arbeiten gemeinsam von Hamburg aus. So sind die Abstimmungswege kürzer, der richtige Ansprechpartner ist gleich zur Hand. Zudem wurde für das Projekt eine eigene Online-Arbeitsplattform zum Austausch der Teammitglieder eingerichtet. Auf dieser sind Zeitpläne, Arbeitspakete, Dokumente und Berichte für jeden einsehbar. „Der Aufwand hat sich gelohnt. Wir profitieren bereits jetzt von klaren und transparenten Strukturen und Prozessen“, lobt Flemming. Bis zum Beginn der ersten Bohrung, die für das dritte Quartal 2017 geplant ist, sieht sich die DEA bestens vorbereitet.

In das Mittelplate-BetaSüd- Entwicklungsprojekt ist ein weiteres anspruchsvolles Teilprojekt integriert. Dabei geht es um die Umstellung der Spannungsversorgung auf ein 4-kV-System. Somit müssen die bei den geplanten Bohrungen eingesetzten Tauchkreiselpumpen leistungsfähiger sein als die bislang verwendeten.